Pillen und Pulver für Sie bewertet
Welche Gesundheitsversprechen sind glaubwürdig und bei welchen Mitteln können Sie sich Ihr Geld sparen?
Pillen und Pülverchen von A-Z im Test
Welche Gesundheitsversprechen sind glaubwürdig und bei welchen Mitteln können Sie sich Ihr Geld sparen?
Hier sollten Sie vorsichtig sein:
Vorsicht Nepper, Schlepper, Bauernfänger
Viele Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln haben in verkaufsorientierten Schulungen gelernt, Ihnen „das Blaue vom Himmel" zu versprechen. Sie möchten durch einen Nebenjob ihr Einkommen aufbessern, haben aber meistens keine medizinische oder ernährungswissenschaftliche Ausbildung. Vorsicht bei gefährlichen Inhaltsstoffen: Produkte aus dem Internet unterliegen oft keinerlei Kontrollen.
Vorsicht Etikettenschwindel
Die Verpackung enthält nicht immer das, was außen draufsteht. Seien sie vor allem skeptisch, wenn das Produkt
- gegen eine große Breite von Krankheiten wirksam sein soll, wie Arthrose, Bluthochdruck, Diabetes, Entzündungen, Krebs, Verdauungsprobleme usw.
- die exotische, ferne Herkunft des Produktes (z.B. Himalaja) oder des damit heilenden Arztes (z.B. China) werbewirksam in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Nachprüfbarkeit der Werbeaussagen kann durch die große räumliche Entfernung nicht gewährleistet werden. Teilweise gibt es den „vertrauenserweckenden" Arzt gar nicht oder die Produkte kommen ganz woanders her.
- Erfahrungsberichte von einzelnen Personen als Beweis der Wirksamkeit für alle Konsumenten herangezogen werden.
- Sicherheitsstudien hinsichtlich einer Langzeiteinnahme fehlen und keine nachvollziehbare Daten aus kontrollierten klinischen Studien vorliegen.
| Inhaltsstoffe/ Produkt | Das steckt dahinter | Unsere Beurteilung |
| AFA-Algen | Süßwasseralgen, z.B. aus dem Klamath-See in Oregon Werbeversprechen: "Wirken besonders aufs Gehirn und können Demenz, Angstattacken oder Depressionen bekämpfen." | Werbeversprechen zur angeblichen Heilwirkung nicht wissenschaftlich belegt. Mögliche Nebenwirkungen: Verunreinigungen mit Mikrocystinen möglich, die Krebs erzeugend, nervenschädigend und giftig für die Leber sein können. Fazit: Überflüssig, möglicherweise gefährlich, daher nicht empfehlenswert |
| Algen (Spirulina) | Süßwasseralge aus Wasserfarmen Werbeversprechen: "Günstig bei Allergien, als Antiaging-Präparat gegen Alterserscheinungen. Appetithemmende Wirkung beim Abnehmen." | Werbeversprechen zur angeblichen Heilwirkung nicht wissenschaftlich belegt. Fazit: Überflüssig, daher nicht empfehlenswert. |
| Aloe Vera | Saft eines in der Wüste wachsenden Liliengewächses. Werbeversprechen: "Immunstärkung, z.B. bei Krebs, AIDS oder Multiple Sklerose, gegen Arthrose und zur Blutreinigung." | Werbeversprechen zur angeblichen Heilwirkung nicht wissenschaftlich belegt. Mögliche Nebenwirkungen: Magen, Darm- oder Nierenreizungen sowie allergische Reaktionen möglich. Fazit: Überflüssig, Nebenwirkungen möglich, daher nicht empfehlenswert. |
| Apfelessig | Ausgangsbasis ist Apfelmost oder Apfelsaftkonzentrat, dessen Alkohol von Essigsäurebakterien vergoren wird. Werbeversprechen: Soll gegen alle möglichen Leiden helfen. "Senkt erhöhte Blutfettwerte, hilft bei Asthma, Orangenhaut oder bei der Gewichtsreduktion." | Werbeversprechen zur angeblichen Heilwirkung nicht wissenschaftlich belegt. Fazit: Als Lebensmittel für den Salat in Ordnung, sonst überflüssig und nicht empfehlenswert. |
| Coenzym Q 10 | Stoff, der durch Fermentation oder durch chemische Synthese hergestellt wird. Werbeversprechen: "Für eine ausreichende Energieproduktion ab 40, für Herz- und Kreislauf, fängt freie Radikale ab. Stoppt vorzeitigen Alterungsprozess." | Kommt in jeder Körperzelle und in fast allen Nahrungsmitteln vor. Es wird vom Körper in ausreichender Menge produziert. Eine Stärkung der Abwehrkräfte oder das Verhindern von Alterungsprozessen konnten durch Studien nicht bewiesen werden. Bei Erkrankungen des Herz-Kreislaufssystems eventuell positive Wirkungen, dafür ärztlichen Rat einholen. Mögliche Nebenwirkungen: Bei hochdosierter längerfristiger Einnahme, kann es zu Appetitverlust, Übelkeit, Durchfällen und Zellschäden kommen. Fazit: Bei gesunden Menschen überflüssig, daher nicht empfehlenswert. |
| Fischöl- oder Leinölkapseln, Perillaöl | Aus Lachsöl (z.B. Fischabfälle) oder den reifen Samen von Flachs (Leinsamen) gewonnen. Perilla ist eine asiatische Pflanze. Werbeversprechen: "Für eine gesunde und cholesterinbewusste Ernährung." | Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren wurde bisher bei Erwachsenen noch nicht festgestellt. Zur Vorbeugung eines erhöhten Blutfett- oder Cholesterinspiegels werden eine fettarme Ernährung mit wenig Fleisch, wöchentlich (nicht zu magerem) Seefisch sowie Öle, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind, z.B. Raps-, Lein-, Walnuss-, Soja- oder Weizenkeimöl, empfohlen. Bei bestimmten Erkrankungen kann die Einnahme entsprechender hochdosierter Medikamente nach ärztlicher Versordnung sinnvoll sein. Mögliche Nebenwirkungen: Verlängerte Blutgerinnungszeiten und spontane Blutungsneigung. Bei größeren Mengen: Erbrechen, Übelkeit, erschwerte Blutzuckereinstellung und Herz-Rhythmus-Störungen. Fazit: Nicht ohne ärztliche Verordnung einnehmen. Ein bis zwei Seefischmahlzeiten pro Woche und Pflanzenöle liefern ausreichende Mengen an Omega-3-Fettsäuren. |
| Gelatine | Wird durch Auskochen von Tierknochen, Knorpel, Häuten oder anderen Schlachtabfällen (Schwein oder Rind) gewonnen. Werbeversprechen: "Stärkung der Gelenke, für einen geschmeidigen Bewegungsablauf." | Bringt keinen besonderen ernährungsphysiologischen Nutzen, insbesondere nicht für Knorpel und Gelenke. Studienlage nicht überzeugend. Kommt auch in zahlreichen Lebensmitteln vor, z.B. Süßwaren. Fazit: Überflüssig, daher nicht empfehlenswert. |
| Gelee Royal | Sekret aus den Kopfdrüsen von Bienen (Bienenköniginnenfuttersaft) Werbeversprechungen: "Aktiviert den gesamten Organismus, stärkende Wirkung." | Werbeversprechen zur angeblichen Heilwirkung nicht wissenschaftlich belegt. Mögliche Nebenwirkungen: Allergien, Asthma, Erbrechen, Durchfall oder Blutdruckabfall. Fazit: Überflüssig, Nebenwirkungen möglich, daher nicht empfehlenswert |
| Ginkgo | Extrakt aus den Blättern des Ginkgo-Baumes. Werbeversprechen: "Zur Behandlung altersbedingter Gedächtnisstörungen und Demenz. Gegen Durchblutungsstörungen, Schwindel und Ohrensausen." | Unumstritten ist die Durchblutungsförderung. Eine in 2008 veröffentlichte Studie an mehr als 3000 Menschen über 75 Jahre ergab nun, dass Gingko gegen Gedächtnisstörungen nicht besser hilft als ein Placebo. Der Gingko-Extrakt konnte weder die Entwicklung der Demenz hinauszögern noch verhindern. Gingko biloba sollte daher nicht mit dem Ziel verschrieben werden, eine Demenz zu verhindern. Auch bei Ohrgeräuschen gibt es keine positiven Effekte. Mögliche Nebenwirkungen: Übelkeit, Durchfälle, Allergien und Hemmung der Blutgerinnung. Fazit: Nur als Arzneimittel (keine Nahrungsergänzung) zur Durchblutungsförderung und nur unter ärztlicher Kontrolle verwenden. |
| Haifischknorpel | Pulverisierter und getrockneter Knorpel von Haifischen. Werbeversprechen: "Zur Stärkung der Gelenke, gegen Osteoporose oder Arthritis, zur Vorbeugung oder Heilung von Krebs." | Die orale Einnahme von Haiknorpeln wird von Wissenschaftlern als wirkungslos bezeichnet, da er im Magen von der Magensäure zersetzt wird. Dem Deutschen Krebsforschungsinstitut sind keine Belege für eine tumorspezifische Wirkung bekannt. Fazit: Überflüssig, daher nicht empfehlenswert. |
| Himalaja-Salz | Aus Salzlagerstätten, meist aus Pakistan Werbeversprechen: "Gleicht den Säure-Basen-Haushalt aus und wirkt blutdruckregulierend. Beinhaltet lebenwichtige Mineralstoffe." | Besteht wie anderes Kochsalz auch fast ausschließlich aus Natriumchlorid (97%). Werbeversprechen zur angeblichen Heilwirkung nicht wissenschaftlich belegt. Sehr teures Produkt. Mögliche Nebenwirkungen: Bei Bluthochdruck ist eine erhöhte Salzzufuhr bedenklich. Fazit: Überflüssig, daher nicht empfehlenswert. |
| Kieselerde | Kristalline Formen von Siliziumdioxid, z.B. aus Quarz oder Christobalit. Beide sind vergleichbar mit normalem Sand. Werbeversprechen: "Schönere Haare, festere Fingernägel und straffere Haut." | Werbeversprechen zur angeblichen Wirkungen auf Haare, Haut und Nägel sind nicht belegt. Mögliche Nebenwirkungen: Wird Quarzstaub eingeatmet, kann er zu Lungentumoren führen. Für die orale Aufnahme können Gesundheitsgefahren nicht ausgeschlossen werden. Bei dauerhafter Einnahme kann die Niere geschädigt werden. Fazit: Überflüssig, daher nicht empfehlenswert. |
| Lecithin | Wird meist aus Sojabohnen gewonnen, die tierische Herkunft (aus Eiern) spielt kaum noch eine Rolle. Werbeversprechen: "Fördert das Wohlbefinden älterer Menschen. Unterstützt die Leistungsfähigkeit von Gehirn und Nerven, erhält die körperliche Leistungsfähigkeit." | Unser Körper kann Lecithin selbst in ausreichenden Mengen herstellen. Kommt in vielen Lebensmitteln vor, in Fertiggerichten oft als Zusatzstoff (E 322) Fazit: Überflüssig, daher nicht empfehlenswert. |
| Muschelextrakte, z.B. Grünlippmuschelpulver | Verarbeitete Muscheln in Pulverform Werbeversprechen: "Für eine gute Gelenkfunktion, insbesondere bei älteren Menschen. Wichtiger Baustein für Gelenke, Knorpel und Bindegewebe." | Werbeversprechen zur angeblichen Heilwirkung nicht wissenschaftlich belegt. Fazit: Überflüssig, daher nicht empfehlenswert. |
| Noni oder Morinda-Saft | Saft der Früchte des indischen Maulbeerbaums (Morinda) Werbeversprechen: "Anti-Krebs-Wirkung, entzündungshemmend, Wiederherstellung von Energie und Spannkraft im Alter." | Keinerlei Vorzüge gegenüber anderen Fruchtsäften. Mögliche Nebenwirkungen: Nicht mehr als 30ml pro Tag trinken, da eventuell Leberkomplikationen möglich. Häufig überteuert. Fazit: Überflüssig, daher nicht empfehlenswert. |
| OPC (Oligomere Proanthocyanide) | Gehören zu den Bioflavonoiden z.B. aus Traubenkern- oder Traubenschalenextrakten. Werbeversprechen: "Positive Wirkungen auf Arterien, Besenreiser, Durchblutung und Sehkraft." | Werbeversprechen zur angeblichen Heilwirkung nicht wissenschaftlich belegt. Mögliche Nebenwirkungen: Negative Effekte einer Langzeiteinnahme sind derzeit nicht abzuschätzen. Fazit: Überflüssig, daher nicht empfehlenswert. Natürlicherweise kommen OPC in Weintrauben, Traubensaft und Traubenkernöl vor. |
| Phytoöstrogene | Auch Pflanzenhormone genannt. Sekundäre Pflanzenstoffe, die im Körper ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen wirken. Oft aus Soja oder Rotklee gewonnen. Werbeversprechen: „Folgende Beschwerden können gelindert werden: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen...." | Allenfalls geringfügiger Einfluss auf Hitzewallungen und andere Menopausensymptome belegt. Mögliche Nebenwirkungen: Akut: Übelkeit, Verstopfungen, Schwellungen oder Rötungen. Langfristig: Isoflavone können in isolierter Form und hoher Dosierung die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen und das Brustdrüsengewebe verändern. Es ist nicht auszuschließen, dass das ohnehin erhöhte Brustkrebsrisiko von Frauen in den Wechseljahren weiter steigen kann. Fazit: Da die positiven Wirkungen nicht ausreichend belegt sind und die Risiken weitgehend unbekannt, raten wir von der Einnahme ab. |
| Taurin | Wird chemisch hergestellt (aus Ethylen, Ammoniak und Natriumsulfit). Werbeversprechen: "Kann Fettpölsterchen Flügel verleihen, Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter." | Muss nicht mit der Nahrung zugeführt werden. Positive Effekte auf Stimmung, Konzentration, Gewichtsabnahme oder psychomotorische Leistungsfähigkeit nicht belegt. Mögliche Nebenwirkungen bei der Aufnahme höherer Konzentrationen: Herabsetzung der Leistungsfähigkeit, eingeschränktes Durstgefühl, Krampfanfälle oder Blutdrucksenkung. Fazit: Überflüssig, daher nicht empfehlenswert. |
| Traubensilberkerze | Extrakte aus der gleichnamigen Pflanze Werbeversprechen: "Hilft bei Wechseljahresbeschwerden" | Traubensilberkerze-Präparate sind sowohl als Arzneimittel als auch als Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt. Mögliche Nebenwirkungen: Leberfunktionsstörungen und Hepatitis. Bei Symptomen einer Leberschädigung wie Müdigkeit, Appetitverlust, Gelbfärbung von Haut und Augen, Oberbauchbeschwerden etc. Einnahme sofort stoppen und Arzt aufsuchen. Fazit: Wegen des Nebenwirkungsrisikos allenfalls nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen. |
Mehr Informationen finden Sie:
- In den Ratgebern der Verbraucherzentralen:
Anti-Aging- und Wellness-Präparate
Nahrungsergänzungsmittel - Gesünder leben durch Pillen und Pulver?
- In Form von Testergebnissen bei der Stiftung Warentest und Öko-Test
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Pillen und Pulver von A bis Z im Test
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