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Verkaufsmethoden bei Nahrungsergänzungen

Erfahrungsberichte: So werden Sie über den Tisch gezogen
Hier stellen wir das ein, was Verbraucher beim Kauf erlebt haben. Gerne nehmen wir auch Ihre Geschichte auf.
Farina Gabriel,
Bonn, März 2008

Mein Erlebnis mit Multilevel Marketing
Von Berufs wegen interessiere ich mich für Nahrungsergänzungsmittel (NEM). Eine Freundin, auch sehr interessiert, erhält Besuch von einer Dame, die lifeplus Produkte verkaufen will. Leider ist diese kaum in der Lage, eine Frage zu dem Produkt zu beantworten. Sie betet ihre Glaubenssätze herunter, ohne das deutsche Recht zu kennen, ohne eine Ahnung von Inhaltsstoffen zu haben. So bittet sie uns zu einer Veranstaltung, wo sich ihr „Guru" unserer Fragen annehmen könne. Von solchen Veranstaltungen habe ich schon so Manches gehört. Die Leute machen sich lustig darüber und erzählen, wie unglaublich verlogen diese Werbeveranstaltungen seien. Und da wir so einige Fragen zu den Inhaltsstoffen von lifeplus haben, machen wir uns also auf den Weg. So habe ich es mir dann doch nicht vorgestellt. Um Inhalte oder das Produkt geht es mitnichten. Es geht um eine, um die Verkaufstrategie. Eines muss man dem „Guru" lassen; verkaufen kann er. Eingangs erzählt er von den drei größten Wünschen der Menschen, als da wären: Gesundheit, Familie und Freunde, und schließlich Geld. An und für sich wenig verwunderlich. Neu für mich ist nur, dass ich mit Geld alles erreichen kann. Im Ernst. Folgen lässt der „Guru" schwärzeste Zukunftsvisionen. Mit allen Mitteln wird untermauert, belegt, verführt... Mir wird schlecht, richtig schlecht. Ich fühle mich körperlich angegriffen, denke über meine Werte nach. Die so gar nicht in das gezeichnete Bild passen. Ich halte es nicht mehr aus und gehe vor die Tür, entspannen, Luft schnappen. Ich muss mich erholen. Die Veranstaltung ist zu Ende und ich bin fast glücklich, dass mir keine Möglichkeit gegeben wird, Fragen im Plenum zu stellen. Kurz drängt sich mir die Frage auf, ob ich mich andernfalls nicht zur Zielscheibe der NEM-Geld-Gläubigen machen würde. Aber Fragen sind nur unter vier Augen zugelassen. Dumm ist das nicht. Denn bei ungeplanten Debatten, ungesteuerten Diskussionen und unerwünschten Positionen könnte ja so mancher Fisch wieder vom Haken springen. Dem Applaus nach zu urteilen, haben die Allermeisten gern angebissen. Gut, meine Freundin sieht das wie ich. Aber wirklich beruhigen kann mich das jetzt nicht.