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Vorsicht: Nahrungsergänzungsmittel beeinflussen die Wirkung von Medikamenten

Müssen Sie dauerhaft Medikamente einnehmen? Leiden Sie unter einer chronischen Krankheit oder steht eine Operation bevor? Dann können Sie anhand der folgenden Liste prüfen, ob Ihr Nahrungsergänzungsmittel sich negativ auf Ihre Gesundheit, auf den Operationsverlauf oder auf die Wirkung von Medikamenten auswirken könnte.

Pflanzlich nicht gleich nebenwirkungsfrei!

Nahrungsergänzungsmittel oder andere Pillen und Pulver, die zusätzlich zu den Medikamenten eingenommen werden, sind nicht immer so harmlos.

Informieren Sie Ihren Arzt immer über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.




Inhaltsstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen Pillen und Pulvern Mögliche AuswirkungenDiese Maßnahmen empfehlen wir Ihnen:
Ginkgo
Werbeversprechen:
Verbesserung der Gedächtnisleistung"
  • Setzt die Blutgerinnung herab.
  • Eventuell verstärkt es die Wirkung von Blut verdünnenden Medikamenten.
Vor einer Operation nach Rücksprache mit Arzt absetzen, da Gefahr von Nachblutungen erhöht ist.
Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt über die Einnahme.
Ginseng
Werbeversprechen:
„Steigerung der allgemeinen Leistungsfähigkeit"
  • Leicht Blutzucker senkend.
  • Erhöhung des Blutungsrisikos bei gleichzeitiger Einnahme von Blut verdünnenden Medikamenten (z.B. Vitamin K-Hemmer oder Acetylsalicylsäure)
  • Verstärkung der Wirkung von Östrogenen.
  • Interaktion mit Corticosteroiden, dadurch Vergiftung möglich
Diabetiker müssen ihren Blutzuckerspiegel überwachen, Gefahr der Unterzuckerung.
Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt über die Einnahme.
Knoblauch (Pulver, Extrakt)
Werbeversprechen:
„Verbesserung der Blutfettwerte, Vorbeugung von Arteriosklerose"
  • Herabsetzen der Blutgerinnung
  • Mögliche Wirkungsreduzierung bei anderen Medikamenten z.B. Ciclosporin (wie Sandimmun, bei Autoimmunerkrankungen und Transplantationen), z.B. HIV-Medikamente
Vor einer Operation nach Rücksprache mit Arzt absetzen, da Gefahr von Nachblutungen erhöht.
Darf nicht zusammen mit anderen Blutgerinnungshemmern wie Vitamin-K-Hemmern, Heparin, Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel eingenommen werden.
Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt über die Einnahme.
Johanniskraut
Werbeversprechen:
„Stimmungsaufhellung"
Wirkungen einzelner Arzneimittel können reduziert werden:
  • z.B. mit Cholesterinsenkern (Statine),
  • z.B. mit Herzmittel Digoxin,
  • z.B. mit Ciclosporin (bei Autoimmunerkrankungen und Transplantationen)
  • z.B. Medikamente zur Herabsetzung der Blutgerinnung,
  • z.B. AIDS-Medikament Indinavir, z.B. Antidepressiva
Mindestens fünf Tage vor einer Operation absetzen.
Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt über die Einnahme.
Flohsamen (Psyllium, Isphagula)
Werbeversprechen:
„Zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte"
  • Verringert die Wirkung von Lithium und dem Epilepsie- und Schmerzmittel Carbamazepin.
Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt über die Einnahme.
Grapefruit-Saft, Limonensaft, isolierte Bioflavonoide
Werbeversprechen:
„Gut für’s Herz, senkt den Cholesterinspiegel"
Beeinflusst die Bioverfügbarkeit von bestimmten Arzneimitteln, unkontrollierbar wirkungsverstärkend:

  • z.B. Calciumantagonisten (zur Senkung des Blutdrucks und besseren Blutversorgung des Herzens)
  • z.B. HMG-CoA-Reduktasehemmer (zur Cholesterinspiegelsenkung)
  • z.B. bestimmte Medikamente bei Autoimmunerkrankungen und Transplantationen,
  • bei Allergien,
  • bei bestimmten Schlafstörungen, zur Beruhigung vor Operationen)
  • z.B. Potenzfördernde Mittel
  • z.B. bestimmte Zytostatika

Verstärkung von Wirkung und Nebenwirkung bei zeitnaher Einnahme von
  • Antibiotika
  • Antidepressiva
  • Schmerzmitteln
  • Potenzmitteln
Auf Grapefruit und Grapefruitsaft unbedingt verzichten.
Keine isolierten Bioflavonoide einnehmen.
Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt über die Einnahme.
Mindestens 5 Stunden Abstand zwischen Medikamenteneinnahme und späterem Trinken von Grapefruitsaft
Süßholz (Lakritz für Erwachsene)
Werbeversprechen:
„Lindernd und wohltuend für den Magen"
Langfristiger Verzehr in großen Mengen kann
  • den Blutdruck erhöhen
  • die Wirkung von bestimmten Blutdrucksenkern herabsetzen
  • die Wirkung von Kortisonpräparaten verstärken
Der Verzehr von Erwachsenenlakritz sollte auf kleine Mengen (50-100 g) beschränkt bleiben, keinesfalls täglich essen.
Bei Einnahme derartiger Medikamente auf Erwachsenenlakritz verzichten.
Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über die Einnahme.

Calcium
Werbeversprechen:
„Unterstützt die Knochengesundheit"
  • Bei gleichzeitiger Aufnahme von Tetracyklinen (best. Antibiotika) bilden sich unlösliche Chelate, das Medikament kann vom Körper nicht aufgenommen werden.
  • Calciumcarbonat kann die Resorption von L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon) vermindern.
Mindestens 2 Stunden Abstand zwischen Medikamenteneinnahme und nachfolgender Calcium-Aufnahme.
Thyroxin-Tabletten mindestens zwei Stunden vor der Einnahme von Calcium /Milch nehmen.
Erfolgt die Aufnahme immer gleichzeitig, ist eine Dosiserhöhung (nur durch den Arzt!) nötig.
Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über die Einnahme.
Eisen
Werbeversprechen:
Behandeln Sie Ihre Krankheit mit der Kraft von Eisen"
  • Eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel und mit Eisen angereicherte Lebensmittel (speziell Säfte) können die Resorption von L-Thyroxin (Schilddrüsenhormon) vermindern.
Thyroxin-Tabletten mindestens zwei Stunden vor der Einnahme von eisenhaltigen Lebensmitteln /Nahrungsergänzungsmitteln nehmen.
Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker über die Einnahme.
Multivitamin- und Mineralstoffpräparate
Werbeversprechen:
„Optimale Versorgung durch wertvolle Vitalstoffe"
  • Mögliche Wechselwirkungen zwischen hoch dosierten Vitaminen und Chemotherapeutika (Krebstherapie).
  • Eventuell Herabsetzung oder Aufhebung der Wirksamkeit von Bestrahlungstherapien.
Achtung: Informieren Sie Ihren Arzt über die Einnahme.
Sägepalmenextrakt (serenoa repens bzw. serrulata)
Werbeversprechen:
„Lindert Beschwerden durch häufigen Harndrang"
  • Bei gutartiger Prostatahyperplasie kein Unterschied zu Placebo. Erniedrigt PSA-Wert im Blut (kann damit eine Prostatakrebserkrankung verschleiern)
Achtung: Informieren Sie Ihren Urologen über die Einnahme.